Fremd und doch vertraut

Kambodscha, über kaum ein Land unserer Erde herrscht so viel Unwissenheit und Fehlinformation. Angkor, Phnom Penh, Krieg und "Rote Khmer", damit ist das Wissen der meisten Menschen auch schon erschöpft. Es ist mir ein Bedürfnis, etwas Licht ins Dunkel der Unwissenheit zu bringen - über ein Kambodscha zu schreiben, das so ganz anders ist, als es die meisten sich einbilden zu kennen- oft nur aus Bildern einer weit zurückliegenden Tagesschau.

Würden Sie das moderne Deutschland einem Fremden gegenüber mit den Begriffen "Heidelberger Schloss, Berlin, Krieg und Naziterror" beschreiben? Wohl kaum! Heidelberg und Berlin sind Gegenwart, der Rest schreckliche Vergangenheit. Auch in Kambodscha gehört der Krieg in die Geschichtsbücher und die "Roten Khmer" sind glücklicherweise auch nur noch ein Spuk der Vergangenheit. Nur leider hat sich das noch nicht bis in die meisten Teile der westlichen Welt herumgesprochen.

 

Kaum da und schon mittendrin

Erreicht man Kambodscha auf dem Luftweg, wird dies meist in Siem Reap (Angkor) oder der Hauptstadt Phnom Penh sein. Kaum hat man die Visa- und Passformalitäten hinter sich gebracht, das Flughafengebäude verlassen, bleibt einem kaum Zeit, diese einzigartige asiatische Luft, ein Gemisch aus Abgasen, Hitze, Gewürzen und so vielem mehr, auf sich wirken zu lassen. Schnell ist man umringt von Dutzenden von Menschen, die alle nur einen Wunsch verspüren, die Neuankömmlinge in die Stadt zu bringen. "Taxi, Taxi, Need Moto?", tönt es aus zahllosen Kehlen. Ein deutliches Überangebot, wenn man das kleine Häufchen der Touristen betrachtet das täglich hier ankommt. Die wenigen, die Erfolg haben und einen "Barang" als Kunde ergattern können, haben ihr Tagwerk damit für heute meist schon getan. Abzüglich aller Kosten bleiben noch einige Dollar übrig, Geld das ausreicht, die Familie einen Tag mit dem Notwendigsten zu versorgen.