Leben in Kambodscha
50 Dollar im Monat
Die meisten Menschen in Kambodscha sind für unsere Verhältnisse sehr arm. 50 bis 100 US-Dollar im Monat, mehr verdient ein Durchschnitts-Kambodschaner meist nicht im Monat. (offizielles Durchschnittseinkommen: 28 US $= 112000 Riel)
Ob Taxifahrer, Polizist oder Lehrer, was man in seinem Job verdient reicht kaum zum Überleben. Miete und Essen sind zwar sehr günstig in Kambodscha, aber meist ernährt ein Einkommen eine Großfamilie mit 6 bis 8 Menschen. Oft reicht das Geld nicht aus, und die meisten Kambodschaner haben daher einen 2., ja sogar 3. Job, um die Familie zu ernähren.
Seidenweber auf Mekong Island
Kindheit in Kambodscha, nur selten ein Zuckerschlecken
Auch Frauen tragen zum Lebensunterhalt bei. Durch den Verkauf von Obst und Gemüse auf den bunten Märkten, als Angestellte in Hotels und Frisörsalons, aber auch durch Schwerstarbeit im Straßenbau bessern sie das Einkommen etwas auf.
Leider hat sich, wie im gesamten südost-asiatischen Raum auch in Kambodscha, ein Gewerbe ausgebreitet, das schnelles Geld verspricht - die Prostitution. Noch sind die "Massagesalons" nicht so weit verbreitet wie im benachbarten Thailand, doch längst auch keine Seltenheit mehr. Es gäbe sicherlich viel hierzu zu berichten, über die Mädchen und Frauen, die die Prostitution als letzten Ausweg sehen, über die innere Verzweiflung und den tiefen Glauben an Buddha, der ein besseres nächstes Leben verspricht. Ich werde hierzu schweigen. Nicht aus Sprachlosigkeit, sondern aus Furcht, Sex-Touristen neugierig zu machen, Menschen die Kambodscha einfach nicht braucht.
Märkte; Zentren von Handel und Kommunikation
Man kann nicht über Kambodscha schreiben ohne wenigstens einige Worte über die faszinierende Vielfalt und Farbenpracht der unzähligen Märkte zu verlieren.
Ein Markt, egal ob in der Hauptstadt oder einem kleinen Nest im Landesinnern, ist immer der Mittelpunkt eines Ortes, das Zentrum der Kommunikation und des Handels. Es gibt einfach alles zu kaufen, Fisch, Fleisch, Textilien, Kosmetik..., die Aufzählung würde nie enden. Es ist auch nach zahlreichen Aufenthalten immer ein Erlebnis, einfach durch einen Markt zu bummeln, ein Gefühl, das nicht zu beschreiben ist. Ich lade Sie gerne zu einem Bummel ein.
Buddhismus, Halt im Glauben
Der Buddhismus ist allgegenwärtig in Kambodscha. Unzählige safrangelb oder orange gekleidete Mönche prägen, insbesondere in den Morgenstunden, das Straßenbild. Von Sonnenaufgang bis 10 Uhr sammeln die Mönche Gaben von den Gläubigen, die auch sehr gerne gegeben werden. Das ist kein Betteln, sondern entfernt mit dem "Klingelbeutel" in christlichen Kirchen zu vergleichen. Man gibt und erhält dadurch Buddhas Segen, der im tiefreligiösen Kambodscha ein weiterer Schritt zu einem besseren (nächsten-) Leben zu sein scheint.
Gaben für ein besseres nächstes Leben
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Minen
Einer weiteren großen Gefahr ist die Bevölkerung Kambodschas noch immer fast täglich ausgesetzt: Landminen oder wie im Fachjargon treffend bezeichnet - Anti-Personen-Minen. Der Normal-Tourist, der Angkor, Phnom Penh oder die Küste besucht wird von dieser permanenten Gefahr nichts spüren, die Hauptreiseziele sind minenfrei. Doch für die Landbevölkerung stellen Minen Tagtäglich eine Gefahr für Leib und Leben da. Noch immer schätzt man, dass 3 bis 4 Millionen Minen, Überbleibsel des Bürgerkrieges und der nicht genehmigten Übergriffe der US-Army auf kambodschanisches Gebiet, im Boden vergraben liegen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Menschen durch Minen zu Krüppeln werden. Ich habe es im letzten Jahr selbst erlebt, als nahe Kampong Som bei der Bearbeitung eines Stückchen Ackerlandes 4 Menschen ums Leben kamen. Es wird noch Jahre, Jahrzehnte dauern bis Kambodscha auch diesen Schrecken des Krieges hinter sich lassen kann.
(Anmerkung: Bislang beteiligte sich keine US-Regierung, weder finanziell noch in anderer Art und Weise, an der Beseitigung der Minen, Bomben und Blindgänger, die nach dem Vietnamkrieg tonnenweise von der US-Army auf kambodschanischen Gebiet vergraben bzw. abgeworfen wurden. Die Amerikaner warfen über Kambodscha und Laos mehr Bomben ab, als während des gesamten 2. Weltkriegs über Deutschland.)